Monatelang hatte die Umbauphase in der Karlstraße 41 bereits für Aufmerksamkeit im Friedrichshafener Stadtzentrum gesorgt. Wie in unseren vorhergehenden Blogbeiträgen berichtet, kündigten zunächst Porträts der berühmten Motorkonstrukteure Wilhelm und Karl Maybach an der Fassade die museale Einrichtung neuer Räumlichkeiten an. Anschließend arbeiteten zahlreiche Gewerke an den baulich-technischen Gegebenheiten, bevor der Ausstellungsaufbau folgen konnte. Bis Ende Mai wurden die wesentlichen Meilensteine erreicht: Jetzt war es uns wichtig, die Türen erstmalig zu öffnen und erste Gäste aus dem großen Kreis der Maybach-Wegbegleiter, Enthusiasten und Unterstützer willkommen zu heißen: Das Team der Maybach Stiftung/Foundation begrüßte im Namen der Familie Schmid-Maybach und in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis Maybach Museum e.V. über 70 Gäste und lokale Pressevertreter, um im Rahmen eines „Soft Openings“ eine feierliche Vorbesichtigung des Maybach Schaudepots mit ausgewählten Highlight-Objekten aus der Sammlung zu präsentieren.

Bevor in den kommenden Monaten die weitere Bestückung der Depotvitrinen folgt und das Vermittlungskonzept für den Zugang der Öffentlichkeit finalisiert wird, war es für Ulrich Schmid-Maybach von besonderer Bedeutung, sich frühzeitig gemeinsam mit seiner Familie bei langjährigen Weggefährten zu bedanken: Denn obwohl das Projekt ausschließlich aus Mitteln der Maybach Stiftung bzw. Maybach Foundation finanziert wird, so ist dennoch das ehrenamtliche Engagement einer Vielzahl an Maybach-Begeisterten unverzichtbar für die Umsetzung.
In seinem Grußwort unterstrich Uli Maybach, wie sehr ihm und seiner Familie die Bewahrung des Maybach-Kulturerbes am Herzen liegt – ganz im Sinne seiner 2021 verstorbenen Mutter Irmgard Schmid-Maybach. Mit der Einrichtung des Schaudepots sei man diesem Ziel nun einen großen Schritt nähergekommen: „Das Soft Opening des Schaudepots war für mich ein besonders bewegender Moment. Mit großer Freude und Dankbarkeit erfüllt es mich zu sehen, dass dieser Ort hier in Friedrichshafen eine dauerhafte Heimat gefunden hat. Das Schaudepot schafft einen Raum für Erinnerung, Begegnung und Inspiration – und gibt bedeutender Geschichte ein Zuhause für kommende Generationen.“

Oberbürgermeister Simon Blümcke würdigte in seiner Ansprache die Initiative der Nachfahren von Wilhelm und Karl Maybach, Friedrichshafener Technikgeschichte dort zu verankern, wo sie entstanden ist. Aus dem Vorstand des Freundeskreises Maybach Museum e.V. richtete Christoph Felder sein Wort an das Publikum und blickte zurück auf die über 10jährige Sammlungstätigkeit des Vereins und betont die positive Zusammenarbeit: Der Objektbestand des Freundeskreises bildet die Basis für den Aufbau des Maybach Schaudepots, wobei die Inventarisierung und Erforschung der vielfältigen Zeitzeugnisse eine fortlaufende gemeinsame Aufgabe von Stiftung und Freundeskreis bleiben wird. Dr. Corinna Basler von der Maybach Foundation moderierte das Programm und dankte den Gästen und dem Team für die besondere Veranstaltung.

„Zu Lande, zu Wasser und in der Luft“ lautet der thematische Dreiklang dieser konzentrierten ersten „Depot-Schau“, bei der drei sorgfältig kuratierte Vitrinen den Blick auf besondere historische Exponate lenken und die Vielfalt der Maybach-Geschichte rund um den Motorenbau veranschaulichen. Eine rundumlaufende Kulisse aus verschiebbaren, großformatigen Grafiken mit Bildern und Texten bietet reichhaltige Informationen von den ersten Maybach-Erfindungen bis hin zur Marke mtu, die heute unter Rolls-Royce Power Systems firmiert.

Vor 100 Jahren überfliegen Maybach-Motoren den Nordpol
Das Datum der exklusiven Vorbesichtigung war nicht zufällig gewählt, denn in diesem Jahr erinnert die Maybach Stiftung an ein besonderes Ereignis, das im Mai vor 100 Jahren weltweit für Furore sorgte: Auf einer großen Leuchtwand wird als visueller Auftakt des Schaudepots ein regelrechtes Maybach-Abenteuer erzählt: Am 12. Mai 1926 überflog das italienische Luftschiff Norge von Umberto Nobile erstmalig den geografischen Nordpol. Wir haben über dieses spektakuläre Ereignis bereits ausführlich in einem Blogartikel berichtet: https://maybach.org/100-years-since-the-conquest-of-the-pole-the-norge-and-the-engineering-artistry-of-progress/
Die gewagte Expedition unter der Leitung des Polarforschers Roald Amundsen wäre ohne den Antrieb des Luftschiffs durch drei Maybach Mb IVa Motoren überhaupt nicht möglich gewesen. Dieser für die Luftfahrt entwickelte Motortyp, für den Karl Maybach seinerzeit auf dem Berg Wendelstein in den Bayerischen Alpen sogar eine Teststation hatte errichten lassen, war nicht nur der weltweit erste Höhenmotor überhaupt, sondern aufgrund seiner Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit hatte diese Erfindung von Maybach maßgeblich zum Vordringen in neue geografische und wissenschaftliche Dimensionen beigetragen.

An Beispiel der Nordpolüberquerung zeigt sich, wie sehr Ingenieurskunst, Technik- und Kulturgeschichte miteinander verbunden sind und wie facettenreich die Ansatzpunkte für die allgemeine Museumspädagogik sind. Daher arbeitet das Team ein Führungskonzept für unterschiedliche Besuchergruppen aus, um die Interessen eines vielschichtigen Publikums anzusprechen.
Bei allen Vorhaben ist den Verantwortlichen eines wichtig: Das Schaudepot soll historische Objekte in einem musealen Kontext präsentieren, doch der konservatorische Schutz und die kuratorische Sorgfalt bei der Einbringung sind gerade bei einer neuen Einrichtung wichtig. All das braucht seine Zeit, und die kommenden Sommermonate werden nicht zuletzt auch dafür genutzt, die neu ertüchtigten technischen Anlagen, insbesondere das Klima, auf Stabilität zu prüfen.
Ab Herbst sollen Angebote für Führungen im Maybach Schaudepot den öffentlichen Zugang ermöglichen. Termine werden nach den diesjährigen Sommerferien veröffentlicht. In der Zwischenzeit können sich Interessierte auf der Homepage informieren https://maybach.org/schaudepot/ oder uns via Email kontaktieren: schaudepot@maybach.org. Außerdem berichtet das Team weiterhin in regelmäßigen Blogbeiträgen über die kommenden Arbeitsfortschritte und spannende Maybach-Geschichten.



Soft Opening at the Maybach Schaudepot: In May 2026, our first guests and our team celebrate the completion of the renovation and a special anniversary
For months, the transformation work at Karlstraße 41 had already been drawing attention in downtown Friedrichshafen. As reported in our previous blog posts, portraits of the famous engine designers Wilhelm and Karl Maybach on the façade initially announced the collection’s move to its new premises. Subsequently, numerous trades worked on the structural and technical aspects of the building before the exhibition could be set up. By the end of May, the key milestones had been reached: Now it was important for us to open our doors and welcome our first guests from the large circle of Maybach companions, enthusiasts, and supporters: On behalf of the Schmid-Maybach family and in collaboration with the Freundeskreis Maybach Museum e.V., the Maybach Foundation team welcomed over 70 guests and local media representatives to a “soft opening” — a festive preview of the Maybach Schaudepot featuring selected highlights from the collection.

Before the display cases are further stocked in the coming months and the educational concept for public access is finalized, it was particularly important to Ulrich Schmid-Maybach and his family to thank their longtime companions at an early stage: Although the project is funded exclusively by the Maybach Stiftung and the Maybach Foundation, the volunteer efforts of a large number of Maybach enthusiasts are indispensable to its implementation.
In his welcoming remarks, Uli Maybach emphasized how deeply the preservation of the Maybach cultural heritage is close to his family’s hearts — in keeping with the wishes of his mother, Irmgard Schmid-Maybach, who passed away in 2021. With the establishment of the exhibition depot, he said, they have now taken a major step toward this goal: “The soft opening of the exhibition depot was a particularly moving moment for me. It fills me with great joy and gratitude to see that this place has found a permanent home here in Friedrichshafen. The exhibition depot creates a space for remembrance, connection, and inspiration — and provides a home for significant history for future generations.”

In his speech, Lord Mayor Simon Blümcke praised the initiative of the descendants of Wilhelm and Karl Maybach to anchor Friedrichshafen’s technological history in the very place where it originated. Christoph Felder, a member of the board of the Friends of the Maybach Museum Association, addressed the audience, looking back on more than 10 years of collecting activities and emphasizing the positive collaboration: The Friends’ collection forms the basis for the development of the Maybach Schaudepot, although the cataloging and research of these diverse historical artifacts will remain an ongoing joint effort between the Foundation and the Friends. Dr. Corinna Basler of the Maybach Foundation moderated the program and thanked the guests and the team for this special event.

“By land, by sea, by air” is the thematic triad of this focused first “Depot Exhibition,” in which three carefully curated display cases draw attention to special historical exhibits and illustrate the diversity of Maybach’s history in engine manufacturing. A wraparound backdrop of movable, large-format graphics featuring images and text provides a wealth of information, ranging from the earliest Maybach inventions to the mtu brand, which today operates under the name Rolls-Royce Power Systems.

100 Years Ago, Maybach Engines Flew Over the North Pole
The date of the exclusive preview was not chosen at random, as this year the Maybach Foundation is commemorating a special event that caused a worldwide sensation in May 100 years ago: A large video wall serves as the visual prelude to the exhibition, recounting a true Maybach adventure: On May 12, 1926, Umberto Nobile’s Italian airship Norge flew over the geographic North Pole for the first time. We have already reported in detail on this spectacular event in a blog post: https://maybach.org/100-years-since-the-conquest-of-the-pole-the-norge-and-the-engineering-artistry-of-progress/
The daring expedition, led by polar explorer Roald Amundsen, would not have been possible at all without the airship’s propulsion system — three Maybach Mb IVa engines. This type of engine, developed for aviation — for which Karl Maybach had even had a test station built on Mount Wendelstein in the Bavarian Alps — was not only the world’s first high-altitude engine, but, thanks to its reliability and performance, Maybach’s invention also contributed significantly to the exploration of new geographical and scientific frontiers.

The example of the North Pole crossing illustrates just how closely engineering, technology, and cultural history are intertwined, and how multifaceted the approaches to general museum education can be. For this reason, the team is developing a guided tour concept tailored to different visitor groups to appeal to the interests of a diverse audience.
In all these projects, one thing is paramount to those in charge: While the display storage facility is intended to present historical objects in a museum context, conservation measures and curatorial care during installation are particularly important, especially for a new facility. All of this takes time, and the coming summer months will be used, among other things, to test the stability of the newly upgraded technical systems, particularly climate control.
Starting this fall, guided tours at the Maybach Schaudepot will be offered to the public. Dates will be announced after this year’s summer break. In the meantime, anyone interested can find more information on our website at https://maybach.org/schaudepot/ or contact us via email at schaudepot@maybach.org. The team will also continue to post regular blog entries about the progress of the work and exciting Maybach stories.



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